Der Mayakalender und das Ende des Geldes


PODIUMSDISKUSSION AM 2. MAI 2011 mit

Dr. Carl Johan Calleman, Experte und Übersetzer des Maya-Kalenders, Orsa Sweden

Dr. Franz Hörmann, Univ.-Prof. für Unternehmensrechnung, WU Wien

Dr. Joachim Zyla, Unternehmensberater, Buchautor und Management-Trainer, Wien

Dr. Rainer Born, em. Univ.-Prof. für Philosophie und Wissenschaftstheorie, JKU Linz


Dr. Calleman

Der Mayakalender vermittelt eine ganz eigene Weltanschauung und zeigt uns, wie die Welt in verschiedenen Wellen geschaffen wurde. Diese Wellen beschreiben die Entwicklungen hinsichtlich des herrschenden Zeitgeistes in punkto Kreativität und Offenheit im weitesten Sinne. Die Höhen und Tiefen dieser Wellenformationen zeigen an, wie es um die Verwirklichung des menschlichen Potenzials momentan bestellt ist. Wer sich mit den Mustern eingehend auseinandersetzt, wird manchmal auch Ereignisse antizipieren und die Bevölkerung bereits im Vorfeld darauf hinweisen können. Auf mich wurde man vor allem durch die Voraussagen im Jahr 2001 bezüglich des ökonomischen Zusammenbruchs im Jahre 2007/2008 aufmerksam. Dies ist bemerkenswert, da ich aufgrund meiner jahrzehntelangen Forschung aus einer gänzlich anderen Perspektive als der wirtschaftlichen zu der Auffassung gekommen bin, dass in jedem Falle – auf die eine oder andere Weise – ein solcher Rückgang zu diesem Zeitpunkt zu verzeichnen sei. Durch die Ereignisse vor drei Jahren (Stichwort: zweitklassige Hypothekendarlehen und Finanzderivaten-Blase) scheint die Bühne vorbereitet zu sein. Dennoch bin ich derzeit recht unsicher und glaube eher, dass vor dem September 2011 ein noch endgültiger wirkender Zusammenbruch bevorsteht, der das gesellschaftliche Gefüge völlig zerrütten wird. Ich sage deshalb voraus, dass uns in Bezug auf die gesamtgesellschaftlichen Beziehungsgefüge große Veränderungen bevorstehen.

Gleicht der Maya-Kalender vielleicht irgendwie auch dem Gedankengut des Heraklit („Alles fließt“)?

Dr. Born

In mancher Hinsicht schon, doch da sollten wir eher vorsichtig sein, meine ich. Wenn wir die Welt sehen, wie sie sich uns heute zeigt, dann stellt sich die Frage, was wir tun können, um die Situation zu verbessern. Der Maya-Kalender erscheint als eine Art Algorithmus, der uns auf Zeiten erhöhter und geschwächter Kreativität hinweist. Das Problem besteht meines Erachtens darin, dass Wirtschaft im Sinne einer festgelegten Gesetzessammlung verstanden wird, nach der wir uns richten und deren Gesetze ohne tiefes Verständnis der Zusammenhänge einfach angewandt werden. Es gibt stets veränderliche Strukturen, aber keine Voraussicht. Vielleicht braucht es hier eine neue „Ethik“, damit wir wieder zur Besinnung kommen, d.h. unserem Tun wieder einen Sinn verleihen.

Denken Sie, dass Ethik in dieser Sache eine Rolle spielt?

Dr. Zyla (‚When God Wasn’t Watching, The Devil Created Business‚)

Das ist schwierig zu beantworten, weil wir sehen, dass heutzutage in internationalen Geschäftsbeziehungen ethische Überlegungen kaum beachtet werden. Was mich auch interessiert ist die Relevanz des Maya-Kalenders, wenn wir uns zukünftigen Entwicklungen zuwenden. Ich selbst kam mit dem Maya-Kalender durch einen Freund in Kontakt. Und heuer im Jänner/Februar 2011 war ich drei Wochen lang mit meiner Gattin in Yucatan (Mexiko), um die antiken Maya-Stätten zu besichtigen, einfach um zu sehen, ob wir uns in die Atmosphäre bzw. die Schwingungen eintunen könnten. Wir konnten es, doch verlief das Erlebnis doch anders als wir uns das vorgestellt hatten. Es herrscht große Not an Moral und Ethik. Falls sich nichts an den gegenwärtigen Verhältnissen ändert, dann sehe ich, dass sehr viele Unternehmen implodieren werden, und zwar weil Vorstandsmitglieder, Topmanager und andere leitende Angestellte aufgrund der an sie gestellten Anforderungen ineffizient, unglücklich und krank werden, wenn für sie der Sinn für ihre Arbeit abhanden kommt. Ihre Arbeit wird sinnlos. Eine Tätigkeit, die als sinnlos angesehen wird, zehrt an Energie. Das Ergebnis davon sind frustrierte, verbrauchte, kranke Mitarbeiter. Aus diesem Grund sehe ich einen großen Bedarf an Moral und Ethik in der zukünftigen Unternehmensführung.

Dr. Hörmann

Das momentane Wirtschaftssystem mit den ‚token of matter‘, d.h. mit den immer gleichen Münzen, die wir als legitimes Zahlungsmittel anerkennen. Dieses System wird nicht mehr funktionieren. Es spiegelt unser auf materielle Güter begrenztes Bewusstsein wider. Wir geben und bekommen gleichartige Dinge. Immer wieder ein bloßes Mehr desselben toten Materials. Und so bleiben wir auch auf unser momentanen Bewusstseinsebene stehen, weil sich keine qualitative Entwicklung ergibt. Die Menschen bleiben also gefangen im grob materiellen Wirtschaftsdenken und entfalten ihr kreatives Potential nicht so, wie es möglich wäre.

Kann es sein, dass ein neues Geldsystem, das die menschliche Kreativität fördert, zu der notwendigen spirituellen Entfaltung beiträgt? Was sagt denn der Maya-Kalender dazu?

Dr. Calleman

Dass sich die Währungen im Laufe der Zeit(alter) als abstrakte Werte etabliert haben, hat viel mit den genannten Wellen der Kreativität zu tun. Früher haben die Leute einfach miteinander gefeilscht, gehandelt, Waren ausgetauscht. Zunächst waren es Edelmetalle, dann waren es die Zahlen/Symbole auf den Metallen, der Stempel oder die Prägung usw. Schritt für Schritt haben sich die Zahlungsmittel bis zum Geldschein entwickelt, der an und für sich ja überhaupt nichts wert ist, wenn wir ihn mal anschauen. Die nächste Welle brachte weitere Abstraktion. Der Goldstandard verschwand und existiert nun gar nicht mehr. Hinter dem Geld steckt heutzutage also kein tatsächlicher Wert. Alles beruht nur mehr auf dem Übereinkommen, dass die Menschen Papier als legitimes Zahlungsmittel akzeptieren. Was ich also erwarte, ist ein Bewusstseinswandel, ein Wechsel der Perspektive. Dieser löst die Einsicht aus, dass es sich beim Buchgeld um “bloße Zeichen (‚digits‘) am Bildschirm” handelt, darauf folgt der rasche wirtschaftliche Zusammenbruch, weil das Vertrauen in den symbolischen Wert dieser Zeichen sintflutartig abhanden kommt. Die gesellschaftlichen Veränderungen finden nicht bloß in Konzernen und Unternehmen statt. Erst wird sich Chaos einstellen, weil die Verträge und Abkommen von dem raschen Wandel bedroht werden. Dieser rasche Wandel wird das Heraufkommen einer neuen Ethik nötig werden lassen, weil die Menschen sich miteinander arrangieren müssen. Es ist an der Zeit, zu den tatsächlichen Werten zurückzukehren und alles, was danach kommen mag, auf eben diesen echten Werten zu gründen.

Dr. Hörmann

Zunächst brauchen wir etwas, das uns das tägliche Leben ermöglicht. Ich stelle mir als Übergangsszenario Coupons vor, um Lebensmittel und Kleidung zu besorgen. Mit der Zeit jedoch sollen die Coupons, die ich anbiete, multi-dimensionale Funktionen erfüllen und elektronisch verrechnet werden. Diese Electronic-Coupons werden es auch ermöglichen, z.B. größere Anschaffungen zu tätigen und Transportmittel zu benutzen. Mit dieser elektronischen Variante wird den Handelspartnern wechselseitige Transparenz gewährt, da mithilfe der Sozialversicherungsnummer jegliche Transaktion verfolgt werden kann. Wie ist das zu verstehen? Wenn der endgültige Crash der Währungen stattfindet, werden wir nicht kleine Papierzettelchen bekommen, die uns dann zu einer Fahrt mit dem Riesenrad berechtigen. Vielmehr wird unsere Sozialversicherungsnummer zugleich Kontonummer sein, wodurch unsere Kreditwürdigkeit und unsere Transaktionen verfolgt werden können. Für JEDEN ist dann nachvollziehbar, wer mit wem wann wo welches Geschäft abgeschlossen hat. Und ich bin ganz fasziniert von der Idee, dass das global umgesetzt wird. Von dem Moment an, in dem das soziale Netzwerk die ihm eigene Währung zur Verfügung stellt, werden alle Menschen auf der Erde an diesem transparenten System teilnehmen. Heutzutage ist diese Transparenz aufgrund undurchsichtiger und teilweise uneingelöster Verträge nicht oder nur begrenzt gegeben. Ich sehe die globale Verbreitung (nach Wortmeldungen während der anschließenden Publikumsdiskussion mit Vorbehalt) innerhalb von Wochen bzw. Monaten ab August 2011, weil bereits jetzt viele Gruppen daran arbeiten. Nur von unten nach oben (‚bottom-up change‘) ist wahrhaft positive Veränderung möglich.

Haben wir bereits Erfahrungen mit Betrieben, die sich auf der Basis menschlicher Werte selbst kontrollieren statt allein ihren finanziellen Interessen zu folgen?

Dr. Born

Das findet tatsächlich bereits statt, wenn es um Gemeingüter geht. Es ist wichtig, die Verbindung zwischen dem, was wir tun und dem dabei verdienten Geld wieder herzustellen. Mit anderen Worten, wir müssen reale Werte wieder mit dem Leben verbinden und die Trennung von Sprache und Realität überwinden. Dazu gehört auch, das Geld mit dem tatsächlichen Handel wieder zu verknüpfen. Wir müssen einfach wieder Bodenhaftung gewinnen. Denn jedes System, das sich wie im Kreis um sich selbst dreht, sich ununterbrochen unter Druck setzt weiterzumachen, dreht sich bald so schnell, dass die Beine sprichwörtlich in der Luft hängen. Wie hängt das mit der Thematik von Moral und Ethik zusammen? Ethik sollte nicht bloß Regeln umfassen, sondern ein Gespür sein, wie weit ich gehen kann. Dazu braucht es Vorbilder, die die Grenzen bereits leben. Und es braucht Kreativität. Was bedeutet hier Kreativität? Vor allem: die Kraft (sich) zu korrigieren! Mit anderen Menschen sprechen und Verständnis üben. Was es braucht, sind neue Möglichkeiten, die Regeln anzuwenden. Die Frage lautet dementsprechend: Wie wenden wir Regeln an? Ein/e ManagerIn braucht kleine Felder, in denen siEr erkennt, wie sie Regeln verwendet und umsetzt. Zahlreiche Facetten des Berufs bieten die Chance, kleine Änderungen vorzunehmen, die den ganzen Unterschied ausmachen. Der Blick in die Datenbank reicht nicht aus – er hat meistens nur das Ziel, die Verantwortung auf objektive Faktoren oder irgendwelche Sachzwänge abzuwälzen. Humanes und verantwortungsvolles Handeln ist gefragt!

Denken Sie, wir müssen wirklich warten bis der endgültige Zusammenbruch eintritt… oder haben wir eine gewisse Chance, einige Leute in den etablierten Unternehmen zu überzeugen, ihr Schiff umzubauen?

Dr. Zyla

Nagut. Ich muss gestehen, ich sehe das Ganze ziemlich pessimistisch. Warum? Weil ich es viele Jahre lang probiert habe. Meistens spielt auf Manager-Ebene nun einmal Angst als Motivations- und Entscheidungsfaktor die Hauptrolle. Und wenn wir unseren Körper beobachten, was er tut, wenn wir Angst haben: Es besteht alles aus Kontraktion. Alles zieht sich zusammen. Da gibt es keinen Raum und keine Zeit mehr für ethische oder moralische Überlegungen. Die kreative Ader verkümmert. Ich bin daher leider nicht gerade optimistisch, möchte aber drei Dinge vorschlagen, die wir alle tun können:

  1. Wiederverbinden mit Natur, z.B. täglich 45 Minuten in der Sonne einen Spaziergang machen.
  2. Stell fest: Wem hast du vertraut? Wem vertraust du? (z.B. Geld? Banken? Medien? Politik?)
  3. Lesen Sie Bücher über das Thema!

Der Maya-Kalender gibt uns nicht nur Auskunft über die Zeit, sondern auch über die Region, in der die Veränderungen stattfinden. Könnten Sie uns dazu etwas sagen?

Dr. Calleman

Grundsätzlich lässt sich behaupten, dass die Welt durch den/ aus dem Kosmos entstand. Die Linie Kopenhagen-Berlin-(Innsbruck)-Rom-Tripoli-Kapstadt beschreibt im Groben den Verlauf, der die beiden Hemisphären trennt. Die Hauptfinanzzentren der Welt sind im Westen angesiedelt, d.h. London und New York. Besonders die Vereinigten Staaten von Amerika haben seit jeher Geld gedruckt, um sich aus Krisen wieder heraus zu manövrieren. Diese Tatsache hängt damit zusammen, dass es sich bei den U.S.A. um eine westliche Hegemonialmacht handelt. Das alles verändert sich im Moment. Die Ereignisse überschlagen sich. Es zeichnet sich ab, dass die Entwicklungen in der arabischen Welt keinen Grund zur Annahme liefern, dass sich dort Regime bilden, die den U.S.A. ohne weiteres das Monopol auf dem Ölmarkt überlassen werden. Dann ist da Japan. Dieses Land besitzt riesige Mengen an Dollar-Vermögen, dass sie den Vereinigten Staaten sozusagen bei Bedarf leihen. Daher wird auch Japan ein amerikanisches Ölmonopol nicht zulassen. Andere können die ökonomische Situation vermutlich besser analysieren als ich. Soweit ich vernommen habe, wäre es nicht einmal dann möglich, alle Staatschulden der Vereinigten Staaten zu bezahlen, wenn die gesamte amerikanische Bevölkerung zu 100 % besteuert würde. Die linkslastige Verwendung des Gehirns im Westen lässt solch verwickelte Situationen entstehen. Es geht nur um Mathematik, Wert-Abstraktion, Logik, Linearität usw.

Ich denke, irgendein Auslöser wird den Zusammenbruch einleiten. Höchstwahrscheinlich ein asiatischer Handelspartner, der nicht mehr bereit ist, Dollars zur Deckung von Ölkäufen oder Schuldrückzahlungen anzunehmen. Der Dollar verzeichnet in der Folge immer höhere Inflationsraten. Die Wirtschaft des Landes kollabiert. Das Problem ist wirklich, dass wir Menschen bis zum Eintritt des Ereignisses glauben: Alles bleibt wie es ist. Was können wir aufbauen, was können wir tun, um uns darauf vorzubereiten? Das erste Gebot scheint ja immer noch zu lauten: „Es muss Wachstum geben.“

Dr. Hörmann

Solange Geld produziert wird und Zinsen erschaffen werden, solange muss die Wirtschaft auch wachsen, um das erhöhte Verlangen nach Geld zu befriedigen. Darüber hinaus erschaffen wir Geld in unglaublichem Ausmaß und haben doch bloß Zugang zu einer begrenzten Menge von Ressourcen. Da besteht ein Konflikt. Die Ressourcen wachsen nicht. Doch das Verlangen nach Zinsen wächst und wächst. Das führt schließlich auch zu Konflikten und Krieg. Deshalb ist es auch essentiell, dass dieses nach ständigem Wachstum verlangende Geld-Zinsen-System durch ein (Finanz-)System ersetzt wird, das eben nicht immer nur nach Wachstum strebt.

Dr. Zyla

Letzte Woche war ich eingeladen, mit Professoren u.a. von Princeton über die Zukunft der Wirtschaft zu diskutieren. Wir hatten kurze Sessions (15-20 Leute), in denen wir versuchten, Schlagworte (‚buzz words‘) zu finden, die ausdrückten, was wirklich los sei. Wir kamen zu der Schlussfolgerung, dass mit dem nächsten Kollaps der „Vierte Weltkrieg“ ausbricht. In Groß-Unternehmen, die heute den globalen Markt vollkommen dominieren, werden mit dem Zusammenbruch wieder Restrukturierungsprogramme, Sanierungsmaßnahmen, d.h. im Grunde: Kostenkürzungsprogramme… (’stream-lining measures‘) stattfinden. Das bedeutet im Klartext, dass Menschen einen Kampf gegen andere Menschen ausfechten werden. Senior-Manager werden also gegen Menschen kämpfen (müssen). Sie werden in einer furchtbaren Lage stecken, weil sie das mitmachen müssen, fühlen müssen, wie sie gegen andere Menschen kämpfen und die Protagonisten dieses „Krieges“ sind.

Sehen Sie einen Unterschied von Ost und West hinsichtlich der Ethik?

Dr. Born

In Gehirnuntersuchungen wurde festgestellt, dass Manager manchmal wie hirngeschädigte Patienten denken und handeln, weil sie das korrigierende Element des Gefühls ausschalten. Eine Erklärung ohne Gefühl ist eben nicht vollständig. Etwas statistisch zu bewerten und zu beweisen und Wachstum zu fordern reicht nicht. Es ist notwendig, sozialen Kontakt zu haben, um Entscheidungen zu korrigieren, die nur auf dem linken Gehirnareal basieren. Manager müssen in der ganzheitlichen Sicht gebildet werden und ihre eigenen Grenzen kennenlernen. Das heißt, sie müssen einsehen, dass ihre kognitive Bewertung der „Tatsachen“ unvollständig ist. Dabei hilft es auch, einfach mal 10 Minuten im Freien spazieren zu gehen und tief durchzuatmen. Das Fühlen wird im Osten höher eingeschätzt als im Westen. Kognitives Erkennen und sprachliches Erklären hingegen wird im Westen überbewertet. Wir brauchen beides. Das korrigierende Moment des Gefühls wird leider allzu oft übergangen. Das kränkt mich. Das macht mich krank. Wir brauchen sowohl die kognitive als auch emotionale Reflektion. Diese beiden müssen kombiniert werden. Die korrigierende Funktion emotionaler Reflexion kommt jedoch nur in Gruppen zum Tragen, d.h. wenn Menschen tolerant sind und einander anerkennen und zuhören, wenn sie Grenzen erkennen und in einen aktiven/agierenden Dialog treten.

Glauben Sie, dass der Mayakalender auf Zusammenhänge hinweist, die Naturkatastrophen (z.B. Erdbeben oder Wirbelstürme) mit der Evolution des menschlichen Bewusstseins verknüpfen?

Dr. Calleman

Ja, gewiss. Manchmal bei Erdbeben. Die Welt gleicht irgendwie einem globalen Gehirn. Individuelle Menschengehirne treten in Resonanz mit den Schwingungen globaler Veränderungen. So haben die kontinentalen Verschiebungen die Hemisphären unseres Planeten ganz entscheidend mitgestaltet. Die dabei entstandenen Strukturen sind notwendig für die Resonanzen. Wenn nun ein Wechsel im Kalender stattfindet, stellt dies vielleicht eine Korrektur der kosmischen Kraft dar, um die Struktur des erwähnten globalen Gehirns neu zu ordnen. Zahlreiche tragische Vorfälle sprechen für diese Ansicht. Es gibt neun wesentliche Wellen des Maya-Kalenders. Als laut Mayakalender am 9. März die letzte Welle begann, stand der Weltseismograph still. Zwei Tage danach erschütterte ein Erdbeben Japan. Das glich m.E. einer völligen Neustrukturierung am Rande des Pazifiks. 1755 zerstörte ein Erdbeben eine zentrale europäische Hauptstadt: Lissabon (nach Schätzungen Stärke 9.2 nach Richterskala). Das geschah genau zu Beginn einer Welle. Ich selbst war bei einem Erdbeben in San Francisco anwesend, das die Stärke 6.8 hatte. Das ist nichts im Vergleich zu Stärke 9. Das scheint tatsächlich Teil einer kosmischen Restrukturierung zu sein, kosmisch gesehen vielleicht einer Art Masterplan (‚overall plan‘) folgend. Ich schätze, dass wir auf die harte Weise lernen werden müssen, dass DAS nicht der rechte Weg ist. Wir müssen etwas Neues finden statt bloß stückweise ein fehlerhaftes System zu manipulieren und zu reparieren. Wir brauchen mehr Transparenz und müssen uns vom Dogma des unendlichen Wachstums entfernen, damit nicht einzelne Individuen etwas manipulieren können, das alle betrifft.

Sie erwähnten Transparenz bereits einige Male. Gibt es eine Tendenz hin zu Transparenz bezüglich wirtschaftlicher Prozesse und Interaktionen? Wird das gebraucht bzw. passiert diese Wende bereits?

Dr. Hörmann

Ich glaube, wir haben gar keine Wahl wenn wir als menschliche Rasse überleben wollen. Globales Hirn PLUS Machthierarchien funktioniert schlicht und einfach nicht. Fast überall sind Machthierarchien zu finden. Ob in der Regierung, in der Wirtschaft, in der Bildung… Bsp. Schule: Die Hausübung macht der Papa. Ich habe das wirklich satt. Die Bücher sind überholt, wenn wir einmal einiges googlen oder genauer nachfragen. Schulen sehe ich grundsätzlich als Orte, wo Lehrer sich gut fühlen, weil sie Macht über andere ausüben können. Warum erlauben wir ihnen das weiterhin mit unseren Kindern zu machen? Die Jugend wird einer Gehirnwäsche unterzogen, um in einen bestimmten vorgesehenen Bereich der Gesellschaft eingeschweißt zu werden und dann bis ans Ende des Lebens diese Tätigkeit auszuführen. Unsere PolitikerInnen denken heute immer noch so. Das ist veraltet. Das muss weg! Völlig weg! Denn es ist eine Verschwendung der Talente unserer Jugend.

Dr. Born

Das ist wahr. Vor vielen Jahren begann ich als Grundschullehrer zu arbeiten. Ich tat das 7 Jahre lang, bevor ich meine Studien begann. Wie dem auch sei… Sie haben recht: Neues Unterrichten wird benötigt, Unterrichten mit Originalität und Kreativität: Bsp. Joachim Bauer (Heidelberg) und Ken Robinson. Letzterer hat ein Buch verfasst, dessen Titel lautet In meinem Element. Er vertritt die Auffassung, dass der Unterricht die Kinder stets auf das Leben vorbereiten soll. Mit neuen Augen die Welt betrachten! Robinson bringt das Beispiel eines jungen Mädchens. Sie hatte eine schwierige Zeit in der Schule. Dem aufmerksamen Arzt gelang es, ihr Talent für das Ballett zu entdecken. Sie ist heute eine bekannte Tänzerin und tritt in so berühmten Opern wie „Cats“ oder „Das Phantom der Oper“ auf. Was wäre wohl aus ihr geworden, wenn ihr Ritalin verabreicht worden wäre oder/und weisgemacht hätte, dass sie einfach unfähig sei, wenn sie in der Schule schlecht bewertet wird? Und wie vielen Kindern ergeht es heutzutage genau so wie ihr, und alles was passiert, ist eine ADHS-Diagnose und ein Medikament mit allerlei unerwünschten Wirkungen? Was wir brauchen sind Korrekturen hinsichtlich:

  1. Konzepte brauchen klare Assoziationen und Konnotationen. Es braucht ein Verständnis der Erweiterungen ebendieser Konzepte und darüber hinaus die Einsicht, dass sprachliche Erklärungen stets nur einen bestimmten Teilaspekt des gesamten Konzepts erfassen.
  2. Modelle. Sie müssen vervollständigt werden.
  3. Theorien nutzen Konzepte, die wortwörtlich übernommen werden, um Handlungen anzuleiten. Das muss sich ändern.

Auf welche Weise werden sich Kraftverhältnisse ändern in den wirtschaftlichen Belangen? Gibt es Auswirkungen auf die Kraftverhältnisse?

Dr. Zyla

Ich möchte Ihnen eine sehr positive Entwicklung mitteilen, die ich beobachte. Es betrifft die Machtbeziehungen im Business und zwar spreche ich konkret die Unterscheidung zwischen Geschäftsleitern und jungen Führungspersönlichkeiten an.

  1. Business Manager 50+. Diese Dinosaurier werden genötigt, innerhalb des Systems zu funktionieren und sie glauben daher stark daran, dass Konkurrenz(druck) gut fürs Geschäft sei und sie selbst und ihr Unternehmen retten wird. Das ist die logische Folge der Vergötterung von Wachstum.
  2. Junge Führungspersönlichkeiten (‚young leaders‘, 28-40 Jahre)… sehen den Betrieb zuerst, wollen kooperieren, sie schätzen Teamwork. Sie arbeiten von unten weg und denken sich: „Was oben passiert, werden wir ja dann sehen…“

Wie können wir uns auf den August 2011 vorbereiten? Was lässt sich konkret tun?

Dr. Calleman

Vor allem: Offen bleiben. Kreativ sein. Alles beginnt mit der aufrichtigen Absicht. Was uns erwartet, ist nicht bloß ein Rückgang, sondern ein wirtschaftlicher Stopp, ein Kollaps. Ich persönlich bereite mich auf keine spezielle Weise vor. Ich sehe einen kosmischen Plan, der sich hier vollendet. Wir sind Teil davon, d.h. Teil des globalen Gehirns sozusagen. Wir werden wohl auch große Veränderungen zum Positiven inmitten der chaotischen Zustände bemerken. Die kosmische Welle schafft auch einen neuen Menschheitstypus, der die Ideale von Zusammenarbeit, Transparenz, Offenheit, Harmonie wertschätzt und lebt. So lange haben wir das nicht getan. Der Weg dorthin wird besonders auf wirtschaftlicher Ebene durch einige sehr verheerende und verstörende Ereignisse gezeichnet sein. Die Welt als Lebensgrundlage wird jedoch erhalten bleiben. Konkurrenz spiegelt ja im Grunde die Mentalität der Trennung wider. Alles wird im vorübergehenden Chaos umgewälzt: Wirtschaft, eingefrorene Verträge, soziale Beziehungen. Es gibt kein Zurück zu den alten hierarchischen Verhältnissen. Alles Neue braucht diese Periode des Chaos, damit eine sinnvolle Neuordnung entstehen kann. Die Kernfrage lautet also für jeden Einzelnen: Will ich Teil dieser Veränderung sein oder sträube ich mich dagegen?

Dr. Hörmann

Ich habe bereits vor einigen Jahren den Zerfall des Wirtschaftssystems gesehen. In meinem Artikel im Online-Standard (Oktober 2010) schrieb ich, dass Banken Geld aus dünner Luft erschaffen. Wir haben uns alle angewöhnt, uns an das System anzupassen und mehr noch – die geistigen Barrieren und Grenzen des Systems als unsere eigenen zu übernehmen. Wenn wir aber sehen, wie es dem Ende zugeht, dann haben die Bemühungen um Anpassung kaum mehr Sinn. Die betreffenden Informationen müssen wir einfach den Menschen zuspielen und sie ermutigen, selbst kreativ zu sein. Die nächste Gesellschaft muss von unten geschaffen werden, und zwar täglich aufs Neue. Dann erst befinden wir uns tatsächlich im Einklang mit der kosmischen Schöpfung. Wir haben das total vergessen. Alles verändert sich! All die Formeln und Verträge sind nichts Anderes als mathematische Gleichungen, sprachlich formuliert. Sie müssen wir nicht bloß abändern (Parameter etc.) sondern völlig verwerfen und alle paar Stunden neu aufbauen. Das ist bisher nicht passiert, denn die Leute waren immer schon damit zufrieden, Gleichungen aufzustellen, die annähernd das gewünschte Ziel erreichen, nämlich die Realität adäquat wahrzunehmen. In Büchern schreiben wir fest, was gilt und identifizieren uns mit Paragraphen und Formeln und hoffen inständig, dass die Dinge doch so bleiben mögen, wie sie sind. Das ist lächerlich. Wir müssen uns als Gesellschaft verändern und auf peer-Ebene kommunizieren, ohne Machtverhältnisse oder akademische Titel, und ohne Geld als Macht- und Manipulationsmittel zu verwenden.

Dr. Zyla

Ich habe sehr viel über dieses Thema nachgedacht und mir überlegt, wie ich anderen Menschen helfen kann. Ich schätze nämlich die Lage eher pessimistisch ein und gehe davon aus, dass ich selbst, vermutlich auch meine Kinder und auch viele andere Menschen im bevorstehenden Chaos sehr unglücklich sein werden. Ich stelle nun drei Fragen, die ich persönlich angesichts der kommenden Ereignisse als essentiell erachte:

  1. Meine Talente und mein Charakter: Passt der Beruf, den ich habe, dazu?
  2. Passt der Beruf zu der Vision dessen, wie ich mein Leben verbringen will?
  3. Das ist wohl die wichtigste, die meisten lächeln hier: Macht mich meine Arbeit glücklich?

Dr. Born

Ich stimme euch allen zu. Und vor allem schätze ich diese drei Fragen sehr. Ich möchte zunächst zwischen optimierenden Lösungen und optimalen Lösungen differenzieren. Wir können immer die Parameter ändern und hier oder da optimieren. Wir brauchen aber in Wirklichkeit optimale Lösungen! Auf die Frage, was ich machen würde, wenn die Welt in einer Stunde untergeht:

  1. 15 Minuten denken, 10 Minuten handeln.
  2. Ich werde mich in Österreich aufhalten. Da geht die Welt etwas später unter. Oder so.

Grundsätzlich werde ich so leben wie bisher. Ich werde mein Bestes tun, anderen helfen. Nicht von Vorsicht leiten lassen und von einem Leben nach dem Tod. Stattdessen: Ich lebe jetzt. Ich muss jetzt was tun: Einander helfen. Miteinander reden. Menschlich sein.

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